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Das Jing des späten Himmels
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Die alten Weisen aus China wussten schon vor 2500 Jahren, dass tief in unserem Inneren ein Jungbrunnen sprudelt. Wer also seine Lebenskraft stärkt, hat die besten Chancen auf ein langes Leben.

Seit alter Zeit forscht die Menschheit nach einem magischen Lebenselixier, das, wenn auch nicht unsterblich, so doch lange jung und lebendig hält. Die moderne Anti-Aging-Welt sucht den Jungbrunnen in Frischzellen- und Hormontherapien, blickt hoffnungsvoll auf zellverjüngende Gentechnik und setzt derweil auf Stressvermeidung, vitaminreiche Ernährung, Kosmetik und aktives Altern.

Das „Jing des frühen Himmels" ist die Uressenz des Lebens mit geografischem Speicherort in den Nieren. Es ist die Basis für Fortpflanzung, Wachstum, Entwicklung, Sterben und der Lebensenergie Qi. Neben dem Qi, das das Meridiansystem durchfließt, und dem Geist Shen, der das Herz bewohnt, zählt das Jing zu den drei Schätzen der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Taucht man tiefer ein in das uralte TCM-Wissen, das sich aus Schamanenmagie und Dämonenkult zu einem weltweit anerkannten Medizinsystem entwickelt hat, erfährt man, dass alles mit allem verbunden und Lebenskraft ein komplexes Zusammenspiel vieler Faktoren ist.


DIE JING-POWER-FORMEL

Das Jing ist der Hauptakteur im Lebensdrehbuch. Jeder hat es, aber nicht jeder hat gleich viel davon. Angeboren und damit vergleichbar dem genetischen Code der modernen Wesensbetrachtung oder dem Konstitutionstyp, lebt das Maß dieser elementaren Kraft nicht durch sich selbst, sondern braucht einen steten Antrieb, um in Fluss zu kommen.

„Diese Antriebsenergie nennen wir das Nieren-Yang. Es ist wie bei einer Pflanze", erklärt Shi Chun Wen, TCM Expertin. „Man muss das Jing gießen, daraus entsteht Substanz. Das nennen wir dann das erworbene Jing, das ,Jing des späten Himmels'. Hauptquelle dieser nachgeburtlichen Essenz ist das, was wir essen und trinken."

Im Osten wie im Westen führt die Weisheit des langen Lebens zum Futternapf. Es geht darum, das energetische Dualitätspaar Yin und Yang, also weibliches und männliches Prinzip, auszubalancieren, damit im Körper ein Gleichgewicht der Gegensätze herrscht. Nur so bleibt man gesund. Nur so wird man alt.

Die TCM-Ernährung ist eine wichtige Therapiesäule im Behandlungskonzept von Krankheiten und in der Erhaltung von Gesundheit. Dabei werden der Yin- bzw. Yang-Aspekt ebenso berücksichtigt wie die fünf Energie- und Geschmacksrichtungen der Lebensmittel, ob sie kühl, kalt, warm, heiß oder neutral sind, sauer, salzig, bitter, süß oder scharf schmecken. Das alles hat Einfluss auf die Nierenessenz. Ist sie stark, ist es auch die Vitalität, ist sie schwach, kann auch der kostspieligste Anti-AgingVersuch das Altern nicht stoppen. „Je besser angeborenes und erworbenes Jing zusammenspielen, umso langsamer wird das energetische Anfangskapital verschwendet", erklärt die Expertin. Das zweite Jing kann zwar das operative Depot füllen, den Verlust von Ursprungs Jing aber nicht ausgleichen.

Ist der Speicher leer, ist's aus und vorbei mit dem Leben. Nur ein rechtzeitiger Schongang kann das Abbrennen der Lebenskerze verzögern. Und ein rechter Umgang mit Jing zwei, das in steter Wechselwirkung mit der Mutteressenz steht. Bei guter Führung steht langes Leben in Aussicht. Die schlechte Nachricht: Für Frauen beginnt der Abbau des Ursprungs-Jing bereits mit 48, für Männer mit 48 Jahren. Da ist frühzeitiger Kurswechsel angesagt! Die gute Nachricht: Der Schlüssel zum Jing-Speicher ist jedem zugänglich, durch innere Alchemie wie Meditation, Meridianübungen, Ernährung und das Veredeln der Gefühls- und Gedankenenergie durch bewusstes Mentaltraining. Bewährt hat sich auch das innere Lächeln, eine Technik aus dem stillen Qigong. JingKiller sind chronische Überbelastung und Dauerstress, Yang-Tonics wie Kaffee, Energydrinks und Drogen aller Art. Zucker und Zigaretten erschöpfen das Jing ebenso wie langwierige Krankheiten. Außerdem investiert die Frau ihr Jing in jeden Monatszyklus und in Geburten, Männer verlieren es bei der Ejakulation (Jing bedeutet übersetzt u. a. Sperma).


DER YIN-YANG-SCHLÜSSEL

„Das Nieren-Yin befeuchtet die Yang-Energie. Ist sie im Mangel, wird der Körper trocken, die Haut, die Augen, alles. Man neigt zu Harnblasenentzündung, Bluthochdruck und innerer Unruhe", erklärt die Ärztin. In diesem Fall sind Alkohol und scharfe Gewürze zu meiden, die treiben die männliche Yang-Energie hoch. Heiße Hände und Füße, Tinnitus, Kopfschmerzen, Aggressionsprobleme sind typische Yang-Symptome. „Mais, Kürbis, Ente, Tintenfisch und grüner Tee gleichen den Yin-Mangel aus", rät Shi Chun Wen. Überwiegt dagegen der weibliche Yin-Anteil, zeigt sich das in schwachem Kreislauf, blassem Gesicht, Verdauungsbeschwerden und Kraftlosigkeit. Und zu viel Weibliches im Mann schwächt die Samenqualität.

Da der Stein der Weisen oft wenig schillert, klingt auch die chinesische Essenzformel der Expertin recht unspektakulär: „Warm trinken und essen, Eis nur in Maßen, Nässe und Kälte vermeiden, das attackiert die Nierenenergie auf direktem Weg." Schweißtreibender Leistungssport und workaholisches Zwangsverhalten bringen Jing-Verlust. Das kraftvolle Nieren Yang wird zwischen a2 und 6 Uhr gespeichert. „Da sollte man schlafen, Ruhe geben und sich sexuell nicht verausgaben", ergänzt die Ärztin schmunzelnd. „Exzessive Nächte lassen die Zeugungskräfte schwinden, machen in jeder Hinsicht schwach." Sind Körper, Geist und Seele erst einmal so richtig ausgepowert, ist Aufputschendes nicht das Mittel der Wahl. Es gilt durch Kräuter und Nadeln das Gleichgewicht wieder herzustellen. Das regeneriert zwar nicht die verbrauchte Lebensessenz, schützt und bewahrt aber das Rest Jing.

„Die Kräutermedizin der TCM entspricht unserer westlichen Internen Medizin, die Akupunktur zählt eher zum Aufgabenbereich eines Neurologen oder Orthopäden", unterscheidet Qing Qiao Zhuo den Kompetenzbereich chinesischer Ärzte. Er weiß, wie mit gezielt gesetztem Werkzeug Blockaden in den Nieren-Energiebahnen rasch gelöst werden können und wie er den unsichtbaren Lebensatem zum Fließen bringt, sodass Beschwerden einfach dahinschwinden. Tiefere Ursachen und Hintergründe für Probleme findet er durch genaues Abtasten des Patienten und entdeckt stets neue individuelle Punkte, die, seiner Erfahrung nach, Enormes bewirken.

Wie heißt's so schön in der Traditionellen Chinesischen Medizin? „Es gibt keine Krankheit, nur kranke Menschen und solche, die ihr Kapital achtlos verschwenden."

 
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30 Juli 2010
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Die TCM 1-2-3 Meridianbewegungsmethode ist eine medizinische Bewegungstherapie mit sowohl heilender als auch vorbeugender Wirkung. Sie ist so alt wie die TCM selbst und beruht auf deren jahrtausende alten Wissens. Sie beinhaltet auch wesentliche Bestandteile der Lehren von Tai Ji, Qi Gong und Yoga.

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