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Harmonie in C(hina)-Dur
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Tigerbalsam für Körper, Geist und Seele: Wir verraten die Zauberformeln rund um die traditionelle chinesische Medizin, um gesund und frisch durch den Sommer zu kommen: Welches Essen den Körper im Sommer abkühlt, wie asiatische Gymnastik bei Schlaflosigkeit und Schwitzen hilft, was Schröpfen ist und wie es wirkt.

Kraft für Entspannung

Brütende Hochsommerhitze am Tag, wenig Abkühlung in der Nacht: Da kann unser Körper schon mal verrücktspielen. Wir schlafen schlecht, schleppen uns schweißgebadet durch den Tag und fühlen uns von morgens bis abends gerädert.

Auch die eiskalte Dusche, der klirrrende Eistee und die rund um die Uhr surrende Klimaanlage machen unserer ständigen Müdigkeit und ewigen Schlappheit kein Ende.

TCM-Grundsätze. Experten der traditionellen chinesischen Medizin wundern sich da nicht. „Viele Menschen glauben, dass man mit Eiscreme, eiskalten Getränken oder mit Hilfe von Klimaanlagen die Hitze leichter überwinden kann“, erklärt Shi Chun Wen, die österreichische TCM-Expertin. Doch das Gegenteil ist der Fall. „Die schädlichen Kälteeinflüsse dringen in den sich nicht im Gleichgewicht befindlichen Körper ein und stören die Balance“, so Wen. Sie vergleicht es gern mit kochendheißem Wasser, das man abkühlen möchte. Die erste Möglichkeit: Man gießt kaltes Wasser dazu. Das kühlt aber die Temperatur des Wassers nur für kurze Zeit ab, weil das Wasser durch die heiße Herdplatte wieder zu kochen beginnt. „Das ist wie bei einem durstigen Menschen, der ein eiskaltes Getränk zu sich nimmt“, meint Wen. Dabei gäbe es doch eine einfachere Methode: Man dreht den Gashahn ab, um das Wasser langsam abzukühlen.

Yin und Yang. Genau so funktioniert es in der traditionellen chinesische Medizin, deren Wurzeln Jahrtausende zurückgehen. Das Prinzip des recht sperrig klingenden Begriffs TCM, den übrigens die WHO geprägt hat, ist an für sich ganz einfach: „In der chinesischen Tradition ist Gesundheit dann erreicht, wenn ein Leben in Gleichgewicht und Harmonie geführt wird“, erklärt Wen, die als Kräuterexpertin, Ernährungsberaterin und Trainerin für Meridiangymnastik sehr gefragt ist.
„Das Gleichgewicht wird in allen Dingen des Lebens und der Natur durch Yin und Yang symbolisiert. Yin und Yang wirken aufeinander ein und sind voneinander abhängig“, so Wen.

Kiwi statt Litschi. „Nimmt man also im Sommer häufig hitzige (Yang-)Lebensmittel zu sich, zerstört man die Körperbalance und erhöht die Beschwerden.“ Die Expertin rät zu kühlenden Lebensmitteln wie Tomaten, Gurken, Tofu, Mais, Spinat, Kiwi oder Wassermelonen. Meiden sollte man eher Ingwer, Knoblauch, Rindfleisch, Mandarinen, Schnittlauch, Kokos, Litschi oder Zwiebeln.

Klopf den Stress weg

Leichte Sommerrezepte gegen Hitze. Wen empfiehlt bei Hitze beispielsweise ein Mungbohnen-Reisbrei. Dazu braucht man 50 g Mungbohnen, 50 g Reis und 1 1/2 Liter Wasser. Die Mungbohnen und den Reis kocht man 40 Minuten lang zu einem Brei.

Gut für die Verdauung und gegen die Hitze ist auch eine Paradeisersuppe mit Tofu. Dazu würfelt man ein Stück Tofu und einen Paradeiser, kocht die Zutaten fünf Minuten lang in einem 3/4 Liter Wasser, salzt es und träufelt vor dem Servieren ein paar Tropfen Sesamöl hinein. (Die Rezepte sind alle in dem neuen Buch „Mit TCM gesünder leben“ von Shi Chun Wen und Lijun Zhuo enthalten.) Das kühlt und regeneriert. „Auch im Winter bei einem Fieberschub hilft die Suppe, den Körper wieder zu regenerieren“, erläutert Wen.

Meridiangymnastik

Kräuter zum Kühlen. Ebenso regulieren spezielle Kräuter Hitze und Kälte. Ein einfaches Beispiel ist die Pfefferminze. „Sie bewirkt ein kühlendes Gefühl und gehört daher zu den kühlenden Kräutern“, sagt Wen. „Ingwer dagegen verursacht ein heißes Gefühl und zählt daher zu den heißen Kräutern.“

Bewegt durch den Sommer. Doch auch durch Bewegung verschwinden die unangenehmen Nebenwirkungen eines heißen Sommers wie Schlaflosigkeit, Müdigkeit und Schwitzen. Shi Chu Wen empfiehlt dafür die Meridiangymnastik. Diese uralte Therapieform ist wie die Kräuterheilkunde, Akupunktur oder manuelle Behandlungen Teil der traditionellen chinesischen Medizin. Einfache Übungen lockern alle wichtigen Muskelgruppen und lassen die Energie in allen Energiebahnen des Körpers, den sogenannten Meridianen, staufrei fließen, wodurch Krankheiten vorgebeugt wird und Beschwerden gelindert werden.

Für die ORF nachlese präsentiert Shi Chun Wen gemeinsam mit ihrer Tochter Lijun Zhuo einfache Übungen zum Nachmachen, die uns frisch durch den Sommer bringen.

Meridiangymnastik

Mit Fingerspitzengefühl. Doch auch sanfte manuelle Therapien wie das Schröpfen sorgen für Wohlgefühl und Entspannung. Dabei werden Schröpfgläser auf die Haut gesetzt und ein Unterdruck erzeugt. Das regt die Energiebahnen im Körper an, Blockaden verschwinden und am Ende steht völlige Entspannung.

Informationen.
Kurs TCM 1-2-3 Meridianbewegung ab 07.10.2008 im Rainergymnasium Rainergasse 39, 1050 Wien, Anmeldung unter 0664/5431286.

Schröpfen
 
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30 Juli 2010
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Die TCM 1-2-3 Meridianbewegungsmethode ist eine medizinische Bewegungstherapie mit sowohl heilender als auch vorbeugender Wirkung. Sie ist so alt wie die TCM selbst und beruht auf deren jahrtausende alten Wissens. Sie beinhaltet auch wesentliche Bestandteile der Lehren von Tai Ji, Qi Gong und Yoga.

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